2019 02 08 bz

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In der Einzelbewertung schneiden die Regierungskandidierenden so ab:

 

Thomas de Courten (SVP)

Der SVP-Nationalrat aus Rünenberg gilt als etwas spröde, untermauerte aber mit einem herzhaften und engagierten Auftritt, dass er als vierter Bürgerlicher neben den drei Bisherigen unbedingt in die Regierung will. De Courten sang ein Loblied auf Wettbewerb, schlanken Staat und ein Unternehmertum ohne bürokratische Fesseln. Dass er daneben die Selbstständigkeit des Baselbiets und die Souveränität der Schweiz betonte, kam beim eher weltoffenen Handelskammer-Publikum nicht ganz so gut an. 

 

Monica Gschwind (FDP)

Die freisinnige Regieurngsrätin präsentierte sich genau so wie bei vielen anderen öffentlichen Auftritten: energisch, mit klarem Fokus, doch auch etwas verkrampft. Betonte die jüngsten Errungenschaften in der Partnerschaft mit Basel-Stadt und wies auf die grosse Bedeutung der Berufsmaturität hin. Dabei nahm sie die anwesenden Wirtschaftsvertreter in die Pflicht, Lehrstellen zu schaffen. Untermauerte ihren Gestaltungswillen als Bildungsdirektorin.


Anton Lauber (CVP)

Der Spiritus rector der aktuellen Baselbieter Regierung wirkt im Landrat oft streng und lehrerhaft - nicht so auf dem Handelskammer-Podium: Lauber bewies an den richtigen Stellen Wortwitz und Humor, hatte insgesamt einen lockeren Auftritt. Der Finanzdirektor geriet allerdings auch bei einfachen Fragen ins Dozieren. Kurze, klare Antworten sind nicht seine Stärke. Blieb zudem unverbindlich: Als das Thema Mehrwertabgabe gestreift wurde - das Baselbiet stimmt am Sonntag darüber ab - sagte Lauber, er wolle "nicht zu politisch werden". 


Isaac Reber (Grüne)

Der Sissacher wirkte wie immer sympathisch und antwortete souverän, blieb aber ähnlich wie Anton Lauber grösstenteils unverbindlich. Reber ist es offensichtlich wohl in der bürgerlich dominierten Regierung. Er verwies auf die Dringlichkeit von Steuersenkungen für hohe Einkommen, was die Wirtschaftsvertreter mit Genugtuung zur Kenntnis nahmen. Unabhängige Beobachter fragten sich hingegen: Redet da wirklich ein Mitglied der Grünen?    


Kathrin Schweizer (SP)

Keine einfache Affiche für die Sozialdemokratin vor den Wirtschaftsvertretern. Schweizer wirkte "in der Höhle des Löwen" kämpferisch, aber nicht verbissen. Zwar nahm sie bei den Themen Flughafen und Unternehmenssteuern erwartungsgemäss eine Haltung ein, die konträr zu jener der meisten Handelskammer-Mitglieder sein dürfte. Mit klaren Aussagen und guten Dossierkenntnissen heimste sie sich immerhin Anerkennung ein. Der Auftritt dürfte Schweizer beflügeln. Sie will die SP am 31. März zurück in die Regierung bringen.


Thomas Weber (SVP)

Von den wieder antretenden Regierungsräten der frischeste und jener mit den klarsten Antworten. Streitete mit SP-Frau Kathrin Schweizer engagiert und doch humorvoll über die Bedeutung des Basler Flughafens. Plädierte in klassischer SVP-Manier für eine liberale Wirtschaftspolitik und tiefe Steuern. Pointiert in der Sache, locker und konziliant im Ton. Dass die wichtigste Abstimmung seiner Amtszeit - jene über die Spitalfusion - kurz bevorsteht, war dem Gesundheitsdirektor nie anzumerken.